Mein Weg zur Ernährung ist kein geradliniger. Aufgewachsen in Göstling/Ybbs, sehr ländlich, mit Großeltern, die einen abgeschiedenen und idyllischen kleinen Bauernhof besaßen. Im Nachhinein gesehen sehr prägend, weil damals die Natur noch so sein durfte wie es sein soll. Freilaufende Hühner, ein paar Schafe, ein paar Kühe und ein paar Schweine. Bienen für guten Honig und ein Garten für das Gemüse und Obst. Das Brot wurde im riesigen Holzofen selbst gebacken, Schafskäse und Butter musste nicht im Geschäft gekauft werden. Genauso wie Grammeln und Würste. Nun, dann war da auch noch der Obstgarten mit Zwetschken-, Äpfel- und Birnenbäumen, die dann auch veredelt wurden. 

Diese Basis ist schön, damals habe ich das nicht geschätzt, heute dafür umso mehr. 

Mein sehr großer Drive hat als Basis meine Unzufriedenheit mit meinem eigenen Körper. Das ist wohl bei fast jedem Mädchen in der Pubertät sehr ausgeprägt, jedoch hat das bei mir nie gestoppt. Figur, Körpergewicht und Optik war/ist eine Konstante.

Ein paar Jahre weiter, lag die Entscheidung über die weitere Ausbildung am Tisch. Mathe war nie meine Stärke, daher wurde es die HBLA in Weyer mit dem Schwerpunkt Umweltökonomie. Abschluss war hier klassisch mit Matura, ein Jahr zuvor auch die Lehrabschlussprüfung zu Köchin und Kellnerin. Wie sehr habe ich damals den Kochunterricht verteufelt. Rückblickend sehr wichtig, wie auch der biologische und umweltökonomische Aspekt.

Mein Auslandsjahr als AuPair in Michigan hat mein Englisch so weit verbessert, dass für mich Englisch lesen gleich gut passiert wie Deutsch. Ein großes Geschenk, weil mir dadurch die Welt der vielen Studien und Bücher offen steht. Essen und Ernährung war plötzlich ganz anders und es wurden mir wieder die Augen geöffnet: welch schöne Kindheit ich hatte, dass meine Eltern immer da waren für mich (bis heute) und meine Mama immer frisch und selbst gekocht hat. 

Danach folgte die große Stadt Wien, mit einem Bürojob, der lustig war, mich aber auf Dauer nicht glücklich gemacht hat. Die nebenberufliche Ausbildung zur Fitnesstrainerin und vermehrtes Training beim Laufen (Halbmarathon) war der erste Weg in die Welt der Gesundheit. In dieser Zeit begann aber auch eine gesundheitliche Veränderung mit der Diagnose Hashimoto. Damals war mir nicht bewusst, was das eigentlich bedeutet. Irgendwann war ich nicht mehr zufrieden, in vielen Ebenen und der Entschluss zu Studieren verursachte auch große Veränderungen im Privatleben. Ich war plötzlich wieder Studentin, nach 8 Jahre Vollzeit-Arbeit und Single. Einschränkungen in Geld, Wohnung und ganz auf mich allein gestellt waren eine lehrreiche Zeit für mich. 

Eine irrsinnig anstregende, aber die wissensbringenste Zeit meines Lebens war sicherlich das Studium in St. Pölten, worauf ich immer wieder gerne zurückblicke. Wie gut ist es doch, dass rückblickend die positiven Erlebnisse überwiegen ;-) Wie viel ich über mich und über andere Menschen in den Praktika lernen durfte ist überwältigend, im wahrsten Sinne des Wortes. Mein letztes Praktika war dann auch gleichzeitig der Sprung ins Arbeitsleben. Seit August 2014 arbeite ich mit großer Leidenschaft im Sonnberghof. Ein Ort, der für mich und ich hoffe auch für viele andere, ein sehr besonderer ist. Ich genieße die Menschenvielfalt, die Geschichten und die Möglichkeit, mit der Ernährung zu helfen und zu unterstützen. 

Genauso spannend ist aber auch die freiberufliche Tätigkeit, die mir ermöglicht, Klientinnen und Klienten langfristig zu betreuen, vertrauen aufzubauen und nachhaltige Änderungen im Lebensstil zu bewirken. 

In all dieser Entwicklung war meine Gesundheit eine Achterbahnfahrt. Ich war müde, litt unter einer 5jährigen Hypothalamischen Amenorrhoe was soviel heißt wie die Periode setzte nachdem ich die Pille absetzte für 5 Jahre nicht ein, und meine Versuche mein Gewicht zu halten waren sehr experimentell. 2018 konnte mir eine Ärztin auch endlich erklären, warum die Standardmedikation hinsichtlich Hashimoto nicht wirkt. Seither ist meine Periode da und meine Energie ist wieder merkbar besser. An dieser Stelle gäbe es noch viel zu erzählen, aber am Ende ist auch das eine Lehrstunde für mich, nämlich die große Erkenntnis, dass unser Körper ein Netzwerk an immens vielen Zusammenhängen und Abläufen ist und trotz bewusster Lebensführung kippen kann. Achtsamkeit und Wertschätzung für die kleinen Momente sind mir daher sehr wichtig geworden. 

Momentan ist mein Leben sehr reichhaltig. Ein wundervoller Partner an meiner Seite, den ich 35 Jahre gesucht habe, ein großartiger Beruf und ein gemütliches zu Hause. Meine Freizeit ist sportlich geprägt, mit Lesephasen (es sind zu 99% Fachbücher) und kochen. Die Rezepte in meinem Blog sind alle selbst erprobt und fotografiert. 

Ich wünsche mir, dass mich diese Zeilen gut beschreiben. Denn wenn man sich entschließt jemanden zu kontaktieren, der bei der Ernährung helfen soll, dann sollte das jemand sein, mit dem man auch auf einen Kaffee treffen möchte. Mir ist klar, dass jede/r weiß, dass Gemüse und Obst gesund sind, fettige Pommes eher nicht. Gesunde Ernährung kennt man aus der Zeitung. Die Umsetzung ist schwierig, besonders dann, wenn Erkrankungen, ... dazukommen. Ich nehme Sie bei der Hand und begleite Sie ein Stück des Weges, bis sie den Weg wieder gut allein gehen können.